consilium infectiorum – DER INFEKTIOLOGISCHE KLINIK-PODCAST – Folge #20 – 07.08.2026
consilium infectiorum – der infektiologische Klinik-Podcast
mit Prof. Mathias Pletz
Sprecher: consilium infectiorum – der infektiologische Klinik-Podcast – mit Prof. Matthias Pletz.
Das gnadenlose Virus – Ebola
Zu Gast heute:
PROF. MARYLYN ADDO
Prof. Mathias Pletz …
… ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Jena, aktueller Präsident der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und einer der führenden Infektiologen Deutschlands.
Sprecher: consilium infectiorum – der infektiologische Klinik-Podcast – mit Prof. Mathias Pletz.
Mathias Pletz: Willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, das ist eine neue Folge von Consilium Infectiorum, dem infektiologischen Klinik-Podcast. Und das ist eine ganz besondere Folge. Eine Ad-hoc-Folge, begründet durch den aktuellen Ebola-Ausbruch in Afrika. Mein Name ist Matthias Pletz und ich begrüße unseren heutigen Gast, Frau Professor Marylyn Addo. Sie ist Internistin und Infektiologin, sie leitet das Institut für Infektionsforschung und Impfstoffentwicklung. Und sie ist gleichzeitig Leiterin der Sektion Infektiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, zu der auch die Sonderisolierstation gehört. Zudem ist sie Sprecherin des Sonderforschungsbereiches der DFG für Emerging Viruses, also eine sehr kompetente Gesprächspartnerin, die das Thema sowohl von der klinischen Seite als auch von der wissenschaftlichen Seite einordnen kann. Und deswegen freue ich mich ganz besonders, dass du Zeit für uns gefunden hast. Marylyn, herzlich willkommen.
Marylyn Addo: Ganz herzlichen Dank für die Einladung, Mathias.
Mathias Pletz: Ja, lass uns gleich starten. Es gab ja schon verschiedene Ausbrüche in Afrika, aber irgendwie scheint der Ausbruch dieses Mal anders zu sein. Also, ich habe letztens ein Nature-Paper [1] gesehen, wo sie die Epikurven aufgezeichnet haben, und bin einfach erschrocken, als ich gesehen habe, mit welcher Steilheit der Zuwachs der Fallzahlen bei diesem Ausbruch erfolgt ist. Und das ist auch einer der Gründe, weil ich glaube, hier muss irgendetwas anders sein, und deswegen diese Podcast-Folge. Wie ordnest du das ein?
Zaire vs. Bundibugyo: Was macht diesen Ausbruch so besonders?
Marylyn Addo: Ja, tatsächlich ist das schon ein unerwartetes Geschehen. Wir haben ja gerade in der Demokratischen Republik Kongo schon viele Ebola-Ausbrüche gesehen, das ist jetzt der 17. In der Regel waren das Ausbrüche, die durch die Spezies Ebola (früher Zaire-Ebolavirus) verursacht wurden, und jetzt ist es ein neuer Ausbruch mit der Spezies Bundibugyo. Von dieser Spezies des Virus gab es bisher nur zwei frühere Ausbrüche, in 2007 und in 2011. Und man glaubt auch, dass tatsächlich die Entdeckung dieses Ausbruchs sehr verspätet war. Wahrscheinlich zirkulierte das Virus schon wochenlang. Das ist auch in einer besonderen Situation, die politisch schwierig ist. Und deswegen macht man sich große Sorgen: ein weniger bekanntes Virus, eine instabile Lage im Land und ein Ausbruch, der wahrscheinlich verschleppt war.
Impfstoffe gegen Ebola: Wie funktioniert die Ringvakzinierung?
Mathias Pletz: Du hast ja auch maßgeblich zur klinischen Entwicklung von Ebola-Impfstoffen beigetragen. Viele haben wahrscheinlich mal gehört, dass es Ebola-Impfstoffe gibt, aber welchen Zulassungsstatus haben die bislang, welche Funktion und welche Rolle haben die in den bisherigen Ausbrüchen gespielt?
Marylyn Addo: Tatsächlich gibt es derzeit zwei zugelassene Ebola-Impfstoffe. Einer wurde 2019 zugelassen und im letzten sehr, sehr großen Ebola-Zaire-Ausbruch getestet. Das war 2014 bis 2016, und an dieser Entwicklung waren wir mit beteiligt. Alle zugelassenen Ebola-Impfstoffe sind Vektorimpfstoffe. Der erste zugelassene basiert auf einem abgeschwächten Vesikulären Stomatitis-Virus, das muss man nur einmal verimpfen, und in diesem Virus ist das Glykoprotein der Spezies Ebola exprimiert. Das ist dann in einem besonderen Impfschema angewandt worden, nämlich einer Ringvakzinierung. Das heißt, man hat Ebola-Fälle identifiziert und dann um diese Fälle herum Nachbarn, Exponierte und Familienmitglieder geimpft und gesehen, dass dieser Impfstoff zu 97 % wirksam ist. So ist er dann auch in einer Notfallzulassung zugelassen worden und auch schon in anderen Ausbrüchen erfolgreich angewendet worden. Er hat wahrscheinlich auch dazu beigetragen, dass man mit Zaire-Ebola-Ausbrüchen ganz gut umgehen kann. Der zweite Impfstoff ist ein Impfstoff, der zwei Komponenten hat. Die erste Komponente ist ein abgeschwächtes Adenovirus, und die zweite Impfkomponente wird acht Wochen später verimpft und ist ein modifiziertes Vaccinia-Ankara-Virus. Das verimpft man eher an Gesundheitspersonal, weil es zwei Impfungen im Abstand von acht Wochen braucht, und das ist im Ausbruchsgeschehen oft weniger leicht umzusetzen.
Mathias Pletz: Und wie sieht das bei diesem Ausbruch aus? Du hattest ja schon gesagt, aufgrund der lokalen Gegebenheiten, also der politischen Unruhen, ist es sehr schwer, den Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen. Aber bei dieser neuen Virusvariante im Vergleich zu Zaire: Kann man die Zaire-Impfstoffe hier einsetzen, gibt es hier eine Kreuzreaktivität?
Marylyn Addo: Das Bundibugyo-Virus ist ja eine eigene Spezies im Genus der Orthoebolaviren und die sind tatsächlich relativ verschieden. Nur etwa 60 % der genetischen Informationen sind bei diesen beiden Viren ähnlich. Es gibt auch Geimpfte mit der Zaire-Variante, die sich mit Bundibugyo infiziert haben. Das gibt es also tatsächlich schon jetzt in diesem Ausbruch. Man hat allerdings gesehen, dass im Tiermodell vielleicht eine ganz geringe, partielle Schutzwirkung bestehen könnte. Und es gibt auch Daten dazu, dass eine gewisse Kreuzreaktivität der Antikörper vielleicht vorliegt, aber bisher ist man zurückhaltend, diesen Impfstoff einzusetzen. Diese Besprechungen und diese Verhandlungen dauern aber noch an.
Diagnostik-Dilemma: Wenn der Schnelltest blind für das Virus ist
Mathias Pletz: Und wie sieht es mit den Schnelltests aus? Es gibt ja Point-of-Care-Tests, um Ebola zu detektieren, das hilft natürlich bei der Ausbruchsbekämpfung. Detektieren die auch Bundibugyo, oder?
Marylyn Addo: Das war, glaube ich, ein großes Problem bei der initialen Entdeckung des Ausbruches, weil nämlich diese Point-of-Care-GeneXpert-Tests für diese Virusspezies tatsächlich nicht geeignet waren. Das hat wahrscheinlich insgesamt die Diagnostik verzögert. Jetzt werden Tests eingesetzt, die speziell auch Bundibugyo diagnostizieren können, aber das war am Anfang nicht so und hat diesen Ausbruch noch mal verkompliziert.
Wettlauf gegen die Zeit: Neue Impfstoffe und mRNA-Technologie
Mathias Pletz: Und nach deiner Erfahrung mit den Ebola-Impfstoffen: Was glaubst du, ist es realistisch, dass man im Laufe dieses Ausbruchs auch einen Impfstoff entwickeln kann, der vielleicht für eine Riegelungsimpfung zur Verfügung steht, die ja in den bisherigen Ausbrüchen super Erfolge gezeigt hat?
Marylyn Addo: Ja, es hat auch ein bisschen eine tragische Komponente, weil wir das technische Know-how tatsächlich schon gehabt hätten. Es gibt Tierdaten für einen Impfstoff, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie der bereits zugelassene, aber als Bundibugyo-Variante ausgelegt ist. Man kann zeigen, dass dieser im Tiermodell zu 100 % wirksam ist. Man geht davon aus, dass das auch ein sehr vielversprechender Ansatz für zukünftige Impfungen ist. Aber man muss auch sagen: Ich hatte ja eben berichtet, der erste Ebola-Impfstoff wurde 2019 zugelassen. Was war 2019? Da kam COVID-19, und dann musste die Welt ganz andere Impfstoffe machen, weshalb diese Impfstoffe unter anderem nicht priorisiert wurden. Das Know-how wäre also da gewesen. Die Variante des Impfstoffs, die auf Bundibugyo adaptiert wird, wird derzeit auch entwickelt. Das Problem ist, es dauert sehr lange, diesen Impfstoff herzustellen. Das sind ja Viren, die produziert werden müssen, und man geht davon aus, dass das sieben bis neun Monate dauert. Wenn wir Pech haben, dann ist der Ausbruch zu dieser Zeit noch immer im Gange – hoffentlich aber nicht mehr. Man wird versuchen, diese Impfstoffe zumindest in diesem Ausbruch auch zu testen. Alle Medikamente und Impfstoffe, die für Bundibugyo jetzt entwickelt werden, werden in klinischen Studien im Ausbruch getestet. Da gibt es Protokolle und die Ethikverfahren laufen. Aber ob die jetzt noch einen großen Impact auf diesen Ausbruch haben, scheint fraglich. Es gibt andere Impfstoffansätze, die schneller hergestellt werden können. Wir kennen ja alle seit der Pandemie mRNA-Impfstoffe. Für mRNA-Impfstoffe gibt es allerdings noch keine guten präklinischen Daten, also keine Daten aus dem Tiermodell. Aber man kann sie in sechs bis acht Wochen, sagen wir mal zwei bis drei Monaten, herstellen, und das ist auf jeden Fall auch auf den Weg gebracht, mit einer der führenden Firmen, die mRNA-Impfstoffe herstellen, also mit Moderna. Und es gibt einen dritten Impfstoff, der priorisiert ist. Der basiert auf einem Vektor, den wir auch aus der COVID-Zeit kennen: ChAdOx, also das Schimpansen-Adenovirus. Auch diese Impfstoffe können relativ schnell hergestellt werden. Es gibt Geldgeber, die sich schon committed haben, hier Funding zur Verfügung zu stellen. CEPI, die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations, hat Geld zur Verfügung gestellt, alle diese drei Impfstoffe in die weitere Entwicklung zu bringen, und das Serum Institute of India (der weltweit grösste Impfhersteller) hat sich auch schon bereiterklärt, in die Herstellung zu gehen. Das ist also alles auf einem guten Weg, wird aber im schnellsten Fall mindestens drei Monate dauern.
Ebola in der deutschen Notaufnahme: Eine realistische Gefahr?
Mathias Pletz: Du hattest ja eingangs in diesem Statement gesagt, in acht bis neun Monaten, wenn der Ausbruch wahrscheinlich noch läuft… Da drängt sich immer mehr die Frage auf: Müssen wir damit rechnen, dass vor unserer Notaufnahme vielleicht jemand steht, bei dem die Verdachtsdiagnose geäußert wird, dass es sich um Ebola handeln könnte? Alle Experten haben ja in den ersten Wochen gesagt, sie halten das für sehr unwahrscheinlich – habe ich auch gesagt –, aber bislang waren die Ausbrüche auch relativ gut kontrolliert, und hier hat man den Eindruck, dass die Kontrolle noch nicht so richtig eingetreten ist.
Marylyn Addo: Man beobachtet diesen Ausbruch natürlich wirklich mit großer Besorgnis, wie sich das wohl entwickeln wird, auch wegen der schwierigen politischen Verhältnisse dort. Man muss sagen, die WHO und das ECDC schätzen das globale Risiko für sehr gering ein, und das sehe ich genauso. Tatsächlich gab es ja einen sehr, sehr großen Ebola-Ausbruch mit der Spezies Zaire in 2014 bis 2016. 22.000 Infizierte, das war wirklich ein großer Ausbruch, und selbst da war es ja nicht so, dass viele Menschen in die Notaufnahme zu uns kamen, die tatsächlich ein Verdachtsfall waren. Es ist also schon unwahrscheinlich, auch in großen Ausbrüchen, aber never say never. Ich glaube, wir müssen uns in Deutschland trotzdem gut darauf vorbereiten. Wir hatten in Deutschland schon drei Ebola-Patienten und jetzt in diesem Ausbruch den vierten, in Berlin, die wir behandelt haben. Aber alle diese Patienten sind zu uns gekommen, weil entweder die WHO, ein Land oder eine Organisation angefragt haben, ob wir in Deutschland diesen Patienten oder diese Patientin behandeln können. Die sind also nicht aus dem Zug oder dem Flugzeug gestiegen und haben gesagt: „Ich fühle mich heute nicht gut.“ Insofern ist das Risiko gering, aber wir sollten vorbereitet sein. Selbst wenn uns nur einer durch die Lappen geht – das darf nicht passieren.
Verdachtsfall am Tresen: Triage, Isolation und die magischen 21 Tage
Mathias Pletz: Und hattet ihr schon mal den Fall? Hamburg ist eine sehr große Stadt mit sehr viel Reiseverkehr, dass jemand die Verdachtsdiagnose Ebola geäußert hat. Das setzt ja gleich immer eine ganze Maschinerie in Gang. Mein Institutsvorgänger Professor Frank Kipp hat damals den Lassa-Fall in Münster gemanagt – das war auch ein echter Lassa-Fall –, und von ihm habe ich gelernt, dass selbst wenn man Blut abnimmt und das ins Labor geschickt wird, unter Umständen die gesamte Laborstraße gesperrt werden muss. Das sind also schon große Konsequenzen, die da auftreten. Erste Frage an dich: Hattet ihr schon solche Fälle? Und die zweite Frage: Wie seid ihr damit umgegangen oder wie sollte man idealerweise damit umgehen, wenn einen das als Arzt betrifft, wenn irgendjemand die Verdachtsdiagnose ausgesprochen hat und die nun im Raum steht?
Marylyn Addo: Ja, das ist sicherlich ein Szenario, auf das wir uns vorbereiten sollten. Möglichst jeder in Notaufnahmen sollte wissen, an wen er sich wenden muss. Sie müssen nicht alle Details wissen, wie man damit umzugehen hat. Man muss erst mal sagen, dass ein Verdachtsfall auch vom Amtsarzt ausgesprochen wird. Sagen wir mal, es kommt jetzt jemand aus der Region Ituri, hat Fieber und fühlt sich nicht wohl. Da kann man natürlich sagen: Mensch, Ituri, Ebola-Ausbruch, Fieber. Da sollte das schon als Differenzialdiagnose bei uns registriert werden. Dann gibt es ein Vorgehen für die Notaufnahmen, wie man mit so einem Fall umgeht. Da würde ich gerne auf diese HCID-Diagnosen verweisen, also Krankheiten durch hochpathogene Erreger. Da gibt es tatsächlich ein Vorgehen, das vom STAKOB und vom RKI erarbeitet wurde, dass man gewisse Fragen erst mal in der Anamnese stellen sollte. Triage ist wichtig: Fieber, Husten, Hautausschlag, Durchfall. Dann muss man diese Patienten erst mal isolieren, am besten einen Mund-Nasen-Schutz anlegen und ungeschützten Kontakt mit dem Patienten vermeiden. Das ist erst mal wichtig, und dann muss man die Anamnese noch mal gezielter erheben und fragen, was diese Person dort gemacht hat. War die jetzt nur im Transit am Flughafen? Oder ist das vielleicht ein Medizinstudierender, der ein PJ gemacht und einen Ebola-Patienten behandelt hat? Solche Fragen muss man erarbeiten. Dann gibt es ein Vorgehen, wie man Kontakt zum RKI oder zum zuständigen Gesundheitsamt aufnimmt. Dann berät man sich und überlegt: Ist das wirklich ein Fall, der ein Ebola-Fall sein könnte? Wenn es ein begründeter Verdacht ist, muss man den Patienten isolieren. Man soll die Zahl der Kontaktpersonen minimieren. Es muss angemessene Schutzkleidung getragen werden – und da gibt es auch Details, was angemessene Schutzkleidung bei High-Consequence-Organismen im Vergleich zu Grippe heißt. Das ist dann eine sofortige Meldung als Verdachtsfall an das zuständige Gesundheitsamt, und die gehen dann auch mit den Behandelnden das weitere Vorgehen durch. Wenn es wirklich ein begründeter Verdachtsfall ist, heißt das, dass dieser Patient oder diese Patientin vielleicht in der Sonderisolierstation behandelt werden muss, und wenn nicht, kann man sie auch wieder freigeben. Wir hatten in Hamburg ein prominentes Beispiel, nicht mit einem Ebola-Verdacht, tatsächlich waren diese beiden Patienten eigentlich gar keine Verdachtsfälle gewesen, als man die Anamnese erhoben hat. Aber wir hatten einen Studierenden und seine Freundin mit einem Marburg-Verdacht, und da war in ganz Hamburg Aufregung. Wenn so etwas mal im Raum steht, werden viele Hebel bewegt, und es hat ein bisschen gedauert, bis dieser Verdacht ausgeräumt war. Aber diese beiden Patienten waren auf der Isolierstation, bis sie quasi freigetestet wurden.
Mathias Pletz: Wir haben das auch so geregelt, dass, wenn der Verdacht ausgesprochen wird, der Patient idealerweise gar nicht gesehen wird. Da gibt es einen separaten kleinen Raum, wo er warten kann, und dann wird, genau wie du gesagt hast, das Gesundheitsamt angerufen, wo eigentlich eine 24-Stunden-Hotline sein sollte. Falls man da wider Erwarten niemanden erreicht, kann man ja auch das nächste STAKOB-Zentrum anrufen. Und dann hatte ich in dem letzten STAKOB-Seminar gelernt, dass man mit einer Frage schon viele Verdachtsfälle ausräumen kann, und das sind diese 21 Tage: Wenn die Reiserückkehr oder der Kontakt mehr als 21 Tage zurückliegt, dann ist es aufgrund der Inkubationszeit nicht wahrscheinlich, dass es ein begründeter Verdachtsfall ist.
Marylyn Addo: Ganz genau. Dazu habe ich eigentlich noch eine wirklich sehr süße Anekdote. Meine Freundin ist Hausärztin und sie hatte einen Patienten, der über 90 ist. Dieser über 90-jährige Patient mit Halsschmerzen sagt zu ihr: „Hoffentlich habe ich kein Ebola, ich war 1975 bis 1982 in Liberia stationiert.“ Insofern kann man da schon mal einen Haken dran machen, das ist sicher kein Ebola.
Flughunde und Körperflüssigkeiten: Wie überträgt sich das Virus?
Mathias Pletz: Genau, das denke ich auch. Kluges Fragen kann viele Dinge sofort ausräumen. Aber bleiben wir mal bei der Übertragung. Du kennst dich ja auch mit den verschiedenen Spezies aus. Ich habe auch gelernt, dass es eine neue oder separate Spezies gibt, das war mir auch neu. Wie ist denn die Übertragungswahrscheinlichkeit von Bundibugyo im Vergleich zum Zaire-Virus?
Marylyn Addo: Ja, es steht ja oft direkt im Raum, wenn es ein Ausbruchsgeschehen gibt: Kann das die neue Pandemie sein? Da kann man für Ebola schon mal sagen: Nein, das Risiko ist sehr gering. Und warum ist das so? Die Übertragung von Ebola-Spezies oder Filoviren erfordert in der Regel Symptome – es gibt normalerweise keine Personen, die keine Symptome haben und das Virus übertragen können. Der erste Übersprung ist eine Zoonose, also eine Erkrankung, die aus dem Tierreservoir kommt. Irgendwo wird es ein Event gegeben haben, dass jemand vielleicht infiziertes Fleisch von einem Affen gegessen hat oder Obst von einem Flughund kontaminiert wurde. Danach gibt es Mensch-zu-Mensch-Übertragungen, und diese brauchen engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Die Übertragungen passieren häufig in der Pflege von Erkrankten, wenn man mit Erbrochenem, Durchfall oder Blut von Patienten in Berührung kommt. Ein ganz wichtiger Kontrollmechanismus ist auch der Umgang mit Verstorbenen: In vielen Kulturen ist es üblich, dass der Leichnam gewaschen wird, und es gibt viel Berührung mit dem Leichnam und den Körperflüssigkeiten. Dabei infizieren sich Menschen oft. Aber das Virus wird nicht über die Luft übertragen, es ist kein respiratorischer Erreger. Es braucht engen körperlichen Kontakt oder kontaminierte Oberflächen, also wenn Durchfall, Urin oder Blut auf Oberflächen oder Laken sind. Dann kann sich natürlich auch eine Person infizieren.
Mathias Pletz: Du hattest jetzt schon Flughunde angesprochen. Kennt man eigentlich das Reservoir von Bundibugyo? Und wie ist das im Vergleich zu den anderen Ebola-Spezies?
Marylyn Addo: Man geht davon aus, dass das auch von Wildtieren kommt. Ich glaube aber, man hat es meines Wissens noch nicht genau identifiziert. Analog zu anderen Ebola-Spezies denkt man, dass es im Tierreservoir zum Beispiel Flughunde oder infizierte Primaten sein können, und dieses Bushmeat ist in Afrika durchaus eine Delikatesse oder ein häufig konsumiertes Nahrungsmittel.
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Zytokinsturm statt direkter Virus-Lysis: Die Pathophysiologie verstehen
Mathias Pletz: Jetzt würde ich gerne mal zur Pathophysiologie wechseln. Das hat mich als Student schon immer interessiert. In Jena machen wir viel Sepsisforschung, und die disseminierte intravasale Koagulopathie erinnert ja auch ein bisschen an hämorrhagisches Fieber. Das kennen wir bei Pneumokokken und Meningokokken. Aber die Pathophysiologie ist doch eine ganz andere. Warum machen die viralen hämorrhagischen Fieber diese Symptomatik? Ist das das Immunsystem wie bei einer Sepsis, das für die Symptome verantwortlich ist, oder ist das direkte Virulenz des Erregers?
Marylyn Addo: Die Evidenz für diese ganzen Geschichten im Menschen ist ja nicht gut untersucht, weil es auch schwer zu untersuchen ist. Es gibt sicherlich viele Daten aus Primaten- und Tiermodellen. Ebola gelangt über Schleimhäute, Hautverletzungen oder durch direkten Kontakt mit infektiösen Flüssigkeiten in den Körper. Man geht davon aus, dass es zunächst Makrophagen, Monozyten und dendritische Zellen infiziert. Das dient dem Virus dann als Transportmittel durch den Körper und es führt zu einer Immundysregulation, die durch Interferone auch einen Zytokinsturm auslösen kann, um es mal grob zu sagen. Der wiederum kann zu endothelialer Schädigung und zum Kapillarleck führen, und dann kann natürlich eine Kaskade folgen, die Gerinnungsstörungen und DIC nach sich zieht. Diese Art von Erkrankungen heißen ja hämorrhagische Fieber, und oft gehen die tatsächlich mit Blutungsereignissen einher. Im letzten großen westafrikanischen Ausbruch gab es jedoch gar nicht so viele Blutungsereignisse. Das hat dazu geführt, dass man die Erkrankung sogar umbenannt hat, nämlich nicht mehr Ebola Hemorrhagic Disease, sondern Ebola Virus Disease, weil diese hämorrhagische Komponente gar nicht so prominent war. Oft kommt es dann zum Multiorganversagen. Ich kann vielleicht aus der Erfahrung mit unserem Patienten sprechen: Es kommt oft auch zur Inflammation im Darm, und dann gab es eine bakterielleTranslokation, und unser Patient hat in der Folge tatsächlich eine gramnegative Sepsis bekommen. Durch diese Verletzungen oder diese Inflammation in der Darmschleimhaut gab es eine baketerielle Translokation, eine Sepsis, und die hat man dann behandelt wie eine Sepsis. Hier braucht man dann auch eine antimikrobielle Medikation dazu. Ich glaube, es gibt noch viele offene Fragen, wie das im Menschen genau abläuft, da wir bisher nicht so viele Patienten so intensiv untersuchen konnten.
Mathias Pletz: Es ist also tatsächlich eher die Inflammationsreaktion, die zu dieser Symptomatik führt, und nicht, dass das Virus in den Endothelzellen so massiv repliziert, dass die lytisch werden?
Marylyn Addo: So wie ich die Literatur lese, ist es vor allem eine Immundysregulation. Aber ich kenne jetzt auch nicht jedes präklinische Mausmodell zu diesem Thema. Da bist du aus der Pathophysiologie vielleicht besser aufgestellt.
Mathias Pletz: Nein, ich glaube, wenn sich jemand damit gut auskennt, dann bist das definitiv du. Du hattest ja schon gesagt, ihr habt in eurer Sonderisolierstation einen Patienten behandelt. Wie war das damals? Wie erfolgte die Ankündigung, wie habt ihr euch vorbereitet, und wie muss man sich das vorstellen? Man kann ja die Körperflüssigkeiten dieses Patienten nicht auf den gleichen Laborstraßen laufen lassen wie bei den Patienten aus dem Rest des Krankenhauses. Wie habt ihr das gemacht?
High-Tech-Medizin im Schutzanzug: Erfahrungen von der Sonderisolierstation
Marylyn Addo: Ja, das ist echt eine gute Frage. Es war auch aufregend für uns, weil man so etwas in der Ausbildung ja nicht unbedingt mittrainiert. Ich kam gerade aus den USA und hatte wirklich eine tolle infektiologische Ausbildung bekommen, aber einen Ebola-Patienten hatte ich auch noch nicht behandelt. Da war hier in Hamburg tatsächlich sehr viel Expertise. Diese Sonderisolierstation existiert schon seit vielen Jahren und wird auch im Nicht-Ausbruchsfall jede Woche hochgefahren und trainiert. Wir haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die regelmäßig das Arbeiten im Schutzanzug und Notfälle trainieren: Wie schleuse ich den Patienten ein und aus, wie lege ich Zugänge et cetera, weil es wichtig ist, dieses Know-how aufrechtzuerhalten. Die Ankündigung kam in dem damaligen Ausbruch über die WHO als Anfrage an das Auswärtige Amt. Das Auswärtige Amt hat dann das RKI und den STAKOB zusammenberufen. Dann wurde gefragt, welches Zentrum einsatzbereit ist. Herr Doktor Stefan Schmiedel, unser Oberarzt, hat unsere Bereitschaft erklärt, und dann hatten wir, glaube ich, noch einen Tag oder ein bisschen mehr als einen Tag, vielleicht 36 Stunden, um uns darauf vorzubereiten. Die Einheit wurde hochgefahren. In unserem Fall hatten wir das Glück, dass wir in Hamburg nicht nur die Isolierstation haben, sondern in der Stadt auch ein Biosafety Level 4-Labor, das diese Diagnostik tagesaktuell durchführen kann. Das ist natürlich nicht in allen Situationen gegeben. Frankfurt hat Marburg, Berlin hat ein eigenes BSL-4, in denen diese Proben, die virämisch sind, gut bearbeitet werden können. Es gibt Protokolle, um Diagnostik zu machen – man kann eine Probe deaktivieren, per PCR das Virus nachweisen, und danach macht man nichts mehr mit diesen Blutproben in der normalen Laborstraße. Das ist ganz wichtig und war damals eine Besonderheit für das Management des Patienten. In diesen Einheiten ist alles quasi drin. Wir hatten ein kleines Laborgerät und eine Laborassistentin, die das Gerät regelmäßig gewartet hat. Wir mussten Blutbilder, klinische Chemie, alles in der Einheit selber machen und haben dort auch Blutkulturen beimpft. Aus der Einheit ging nichts heraus, außer den diagnostischen Blutproben, die wir ans Bernhard-Nocht-Institut geschickt haben, und das haben wir mit einem internationalen Transportunternehmen gemacht. Da ist keiner von uns mit dem Fahrrad mal schnell rübergefahren, sondern wir haben einen professionellen Carrier beauftragt, von Eppendorf nach St. Pauli zu fahren. Von den Fällen, die außerhalb von Afrika in diesem Ausbruch behandelt wurden, hat man sehr viel gelernt, und das ist auch unter anderem von uns publiziert [2], sodass man diese Daten vielleicht auch mit dem jetzigen Ausbruch vergleichen kann. Daran kann man auch sehen, warum die Mortalität so hoch ist. Ich hatte ja von unserem Patienten berichtet: Wir haben z.B. die Ausscheidungen sehr genau überprüft. unser Patient hatte an manchen Tagen über zehn Liter Durchfall, viel Erbrechen, ganz hohe Transaminasen. Wenn man in einem Behandlungszentrum in Afrika nur orale Trinkflüssigkeiten geben kann und keine intravenöse Volumensubstitution hat, dann kann man die Patienten oft nicht retten. Mit supportiver Therapie ist das möglich, das fand ich schon sehr eindrücklich [3]. Wir konnten in dem Ausbruch die zeitliche Dynamik besser verstehen: Wie lange braucht es, bis das Virus aus dem Blut weggeht? Wo bleibt es länger – im Urin war es zum Beispiel länger nachweisbar. Wann gehen die Antikörper hoch et cetera? Ich glaube, das war wichtig, um für zukünftige oder jetzige Ausbrüche unter anderem zu wissen, wann man die Patienten nach Hause schicken kann.
Mathias Pletz: Ich weiß jetzt nicht mehr im Detail, wie der Fall bei euch damals ausgegangen ist und ob ihr ihn intubieren musstet. Das ist doch sicherlich eine der großen Herausforderungen, so einen Patienten zu intubieren, weil man einem Patienten nicht näher sein kann als beim Intubieren. Wie habt ihr das gelöst? Und die nächste Frage: Musstet ihr euch eigentlich von euren Familien absondern, während ihr diesen Patienten betreut habt?
Marylyn Addo: Ich fange mal mit der zweiten Frage an. Nein, wir mussten uns nicht von unseren Familien absondern wir nicht. Man arbeitet ja wirklich im PPE, was wir sehr gut trainiert hatten, und man wird beim Ausschleusen in Perchloressigsäure gereinigt. Das sind Abläufe, die man sehr, sehr gut trainieren muss. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Sorge oder Angst, nicht nach Hause gehen zu können, weil wirklich sehr gründliche Sicherheitsverfahren angewendet wurde. Es hat sich keiner von uns von der Familie isoliert. Zur ersten Frage zur Beatmung: Das, was wahrscheinlich den engsten Kontakt bei uns ausgelöst hat, war, dass der Patient einen zentralen Zugang gelegt bekommen hat. Das ist auch ganz schön nah am Körper dran. Der Patient hatte tatsächlich einen eine respiratorische Insuffizienz mit hohem Sauerstoffbedarf und bekam dann eine maximale nichtinvasive Beatmung. Das hätte wahrscheinlich nicht mehr viele Tage so gut gehen können. Er hat dann die Kurve bekommen, wir haben ihn nur nichtinvasiv beatmen können. Wir haben hierzu sehr eng mit den Intensivmedizinern zusammengearbeitet. Zu diesem Team, das auf unserer Isolierstation und jetzt in Berlin diese Patienten betreut, gehören die internistischen Assistenten, Oberärzte und Fachärzte, die intensivmedizinischen Kolleginnen und Kollegen, wir haben speziell trainierte Pflegekräfte, die dafür ausgebildet sind, und es gibt Koordinatoren, die für die Maintenance dieser Einheit freigestellt sind. Dann haben wir noch ganz viele Kollegen der Bundeswehr, die für diesen Einsatz trainiert sind. Ohne diese personelle Ausstattung hätte man das über diese vielen Wochen sonst nicht durchhalten können. Es müssen bei uns ja immer mindestens zwei in der Einheit sein, meistens eine Pflegekraft und eine ärztliche Kraft. Dann zwei Personen im Koordinationszentrum, die von außen schauen, dass alles läuft, und dann gibt es noch ein Team, das sich bereithält, falls irgendjemand kollabiert oder ausgetauscht werden muss. Damals durften wir noch vier Stunden im Anzug arbeiten, jetzt sind es nur noch drei Stunden. Das heißt, in einem 24-Stunden-Rhythmus wird viel Personal ausgetauscht. Das ist natürlich total ressourcenintensiv. Insofern war es toll, dass wir so ein großes Team hatten, das diese Situation bespielen konnte.
Mathias Pletz: Das ist schon ein enormer logistischer Aufwand, aber ich glaube, das ging ja gut aus. Du hattest auch gesagt – und das hatte ich auch gelesen –, dass man allein durch die supportive Therapie die Letalität wahnsinnig reduzieren kann, zum Beispiel durch parenterale Volumensubstitution, die dort oft nicht möglich ist. Aber jetzt gibt es ja auch, zumindest bei dem Patienten, der in der Charité behandelt wurde, spezielle antivirale Substanzen. Kannst du uns da mal einen kurzen Überblick geben?
Sprecher: Bevor es gleich spannend weiter geht, möchten wir Ihnen kurz unsere Lernplattform Wissen wirkt vorstellen. Hier finden Sie Publikationen wie hochwertige Themenhefte und Fragen- und Antwortenhefte, Videos, Podcastfolgen und Sie können die dazugehörigen CME-Module direkt bearbeiten. Laden Sie die App Wissen wirkt für Android und Apple auf Ihr Smartphone oder Tablett herunter oder besuchen Sie die Website www.wissenwirkt.com für weitere Informationen. Die Links finden Sie auch in den Shownotes. Jetzt wünschen wir Ihnen eine interessante Fortsetzung der Podcastfolge von consilium infectiorum – dem infektiologischen Klinik-Podcast.
Medikamentöse Therapie und eine Premiere in der Postexpositionsprophylaxe
Marylyn Addo: Ja, es gibt internationale Gremien, die jetzt Empfehlungen aussprechen, wie man in diesem Ausbruch mit antiviralen Medikamenten umgeht. Für das Orthoebolavirus Zaire gibt es monoklonale Antikörper, die zugelassen und sehr gut wirksam sind. Diese sind aber a priori nicht wirksam gegen Bundibugyo, da hat man die Kreuzreaktivitäten schon getestet. Für die Behandlung von Bundibugyo Virus gibt es momentan drei Substanzen, die experimentell getestet werden. Alle Medikamente und Impfstoffe werden in klinischen Studien getestet, damit wir Evidenz bekommen, ob sie tatsächlich wirken. Zum einen sind das monoklonale Antikörper, der eine heißt MBP134 und der zweite Maftivimab, das sind Antibody-Cocktails. Und dann wird auch die Substanz Remdesivir eingesetzt. Das ist eigentlich eine schöne Geschichte, weil dieses Medikament ursprünglich für Ebola (früher Zaire Ebolavirus) getestet wurde, dann im Vergleich zu anderen Antikörpern schlechter abgeschnitten hatte. Remdesivir wurde dann in der Pandemie erfolgreich als Therapie für COVID-19 eingesetzt wurde und jetzt wieder zurück zu Bundibugyo Virus geht. Das war natürlich toll, weil es für diese Substanz durch COVID-19 schon wahnsinnig viele Sicherheitsdaten gibt, und die Therapie gibt es schon verfügbar in Clinical-Grade-Material. Da kann man sofort loslegen. Der Berliner Patient, der jetzt geheilt entlassen wurde, hat beides bekommen: monoklonale Antikörper und Remdesivir.
Mathias Pletz: Wie sieht es eigentlich bei Remdesivir aus? Ich habe mir immer gemerkt, dass es eigentlich ein Breitband-Virusstatikum gegen RNA-Viren ist, aber auch Ribavirin ist ja relativ breit. Wie sieht es damit aus?
Marylyn Addo: Bei Ribavirin weiß man ja nicht so ganz genau, wie es funktioniert, und trotzdem wird es so häufig eingesetzt. Es hat natürlich auch einen Drawback, weil es Toxizitäten hat und gerade in Afrika einen Impact auf die Reproduktion hat. Da muss man sehr vorsichtig mit umgehen, das wird derzeit nicht diskutiert. Was aber erfreulich ist, ist, dass wir jetzt eine Substanz haben, die wir in der Postexpositionsprophylaxe einsetzen können, also bei Leuten, die Kontakt zu einem Ebola-Patienten hatten, und die jetzt in klinischen Studien eingesetzt wird. Das Medikament nennt sich Obeldesivir, und es ist ein oral verfügbares antivirales Medikament. Vielleicht ist das sogar das orale Derivat von Remdesivir. Es ist erfreulich, dass man da zumindest etwas in der Hand hat, weil nach den letzten Zahlen, die ich gesehen habe, über 5.000 Kontakte in der Nachverfolgung sind. Wenn man einem Teil von denen eine wirksame Postexpositionsprophylaxe anbieten kann, haben wir vielleicht die Chance, Einfluss auf den Verlauf des Ausbruchs zu nehmen.
Mathias Pletz: Du hast gesagt, du hast dir die Zahlen angeguckt. Gibt es da schon eine richtige Studie, was die Effektivität von dieser Postexpositionsprophylaxe angeht?
Marylyn Addo: Nein, und wenn es überhaupt schon begonnen hat, dann hat die Studie gerade erst angefangen. Wir sind ja noch nicht so weit im Ausbruch. Als wir am xxx die große WHO-Consultation hatten, war der Status quo, dass die Studienprotokolle eingereicht waren und die Substanz verfügbar ist. Entweder haben Studien gerade erst angefangen oder es wird jetzt erst begonnen. Es gibt derzeit noch keine Wirksamkeitsdaten dazu.
Mathias Pletz: Wir werden das auch so machen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer: Sie merken, das ist ein so aktueller Podcast, dass wir einige Daten, die wir diskutiert haben, noch gar nicht als PubMed-Eintrag zur Verfügung haben. Wir verlinken dann in den Shownotes die entsprechenden Links zur WHO [4] oder zum RKI [5,6], wo Sie das noch mal nachlesen können. Auch die WHO Consultationen [7,8] sind für alle öffentlich zugänglich. Das hört sich ja schon etwas entspannender an, als ich am Anfang gedacht hatte. Diese Epikurve, die ich in Nature [1] gesehen habe und die extrem steil hochging, fand ich schon besorgniserregend im Vergleich zu den anderen Ausbrüchen. Aber selbst wenn wir noch keine Impfung haben, haben wir doch zumindest eine Postexpositionsprophylaxe, und das wäre ja das erste Mal, dass in einem Ausbruch eine solche Postexpositionsprophylaxe eingesetzt wird.
Marylyn Addo: Genau, bisher gab es keine Substanzen, die wir so einsetzen konnten. Theoretisch kann man den zugelassenen Ebola-Impfstoff auch in der Postexposition einsetzen. Ich glaube aber, der ist im Ausbruch nicht so eingesetzt worden, sondern man hat die Impfdosen damals als Ringvakzinierung verabreicht. Es mag da auch Studien gegeben haben – es gibt Signale, dass er auch in der Postexpositionsprophylaxe wirksam ist, für Ebola Zaire. Wenn das in Deutschland passieren würde und jemand zum Beispiel einen Laborunfall mit Ebolavirus (früher Zaire-Ebolavirus) hätte, würde er oder sie wahrscheinlich auch diesen Impfstoff in der Postexpositionsprophylaxe bekommen.
Mathias Pletz: Kurze Frage: Bist du eigentlich geimpft?
Marylyn Addo: Nein, bin ich tatsächlich nicht.
Mathias Pletz: Ach stimmt, du darfst dich…
Marylyn Addo: Durfte damals nicht, genau.
Mathias Pletz: Man darf sich als Beteiligter in einer Studie aus ethischen Gründen nicht selbst impfen. Das habe ich auch mehrfach gelernt. Ich habe es nicht so richtig verstanden, aber es gibt die Regel, dass das nicht möglich ist. Aber du kennst bestimmt viele Geimpfte…
Marylyn Addo: Ich kenne viele Geimpfte und ich würde mich auch gern impfen lassen. Jetzt ist es natürlich eher ein Verfügbarkeitsproblem, weil diese Impfstoffdosen für Menschen priorisiert werden, die in den Ausbruch gehen oder im BSL-4-Labor arbeiten. Insofern habe ich das leider noch nicht geschafft. Aber das ist auch irgendwie interessant, weil es in Deutschland ja so gehandhabt wird, dass der PI nicht an seinen eigenen Studien teilnehmen darf. In Afrika ist es oft so, da muss der PI quasi als Erster zeigen: „Guck mal, ich nehme das auch.“ Das ist also kulturell sehr unterschiedlich.
Klimawandel, Riesenzecken und die entscheidende Differenzialdiagnose: Malaria!
Mathias Pletz: Spannend! Vielleicht ein bisschen unvorbereitet, aber virale hämorrhagische Fieber: Ebola ist sicherlich der Prototyp, es gibt aber noch andere. Und wie schätzt du das ein, jetzt mit dem Klimawandel und der Ausbreitung von Vektoren? Es geht ja nicht nur um die Asiatische Tigermücke, es gibt ja auch noch diese Riesenzecke, die sich in Deutschland ausbreitet. Ich hatte sogar mal gelesen, dass sie ihren Opfern, von denen sie die Blutmahlzeit nehmen möchte, teilweise bis zu 100 Meter hinterherläuft – natürlich sehr langsam, aber sie kann sie dann auch einholen. Und die können ja auch noch andere Erreger übertragen. Wie schätzt du das für die Zukunft für uns in Deutschland ein? Sind virale hämorrhagische Fieber etwas, das man als Infektiologe an der Uniklinik im Laufe seines Berufslebens zu sehen bekommt?
Marylyn Addo: Du sprichst ja so ein bisschen auf das Krim-Kongo-Fieber an, das von dieser Zecke übertragen wird. Das finde ich auch faszinierend. Und tatsächlich, das ist ein klassisches One-Health-Phänomen. Wir hatten ja zum Beispiel in Spanien schon Fälle von CCHF (Krim-Kongo Hämorrhagischem Fieber). Man glaubt, dass diese Zecken mit Zugvögeln aus Afrika nach Spanien gekommen sind. Da gab es dann tatsächlich auch eine relativ hohe Anzahl von Zecken in Spanien, die in gewissen Gebieten infiziert waren, und es gab dort auch Fälle. Es sind noch vereinzelte Fälle gewesen, und jetzt war es gerade wieder ein bisschen stiller, aber die Zecke breitet sich aus. Wir sehen das ja auch bei mückenübertragenen Erkrankungen: Wenn die Mückenpopulation sich ausbreitet und die klimatischen Verhältnisse sich so ändern, dass es dann auch zu autochthonen Übertragungen kommen kann. Also Krim-Kongo habe ich schon auch im Blick, weil das gar nicht so weit weg ist. Auf dem Balkan gibt es ja doch häufiger mal Fälle, weil es da im Rahmen von religiösen Schlachtungen zu Übertragungen kommen kann, zum Beispiel im Kosovo. Ich glaube, das sind schon Sachen, die wir vielleicht jetzt nicht regelmäßig sehen, aber wenn wir uns das über Dekaden anschauen, ist es durchaus möglich, dass es da auch zu Verschiebungen kommt. Insgesamt sollte man dafür sorgen, dass wir hier bei uns gut schulen und trainieren, aber keine Paranoia auslösen. Diese Fälle sind immer noch sehr vereinzelt. Aber du hattest eben auch die mückenübertragenen Erkrankungen, Arboviren oder Arbovirosen, angesprochen. Wir haben West-Nil-Fieber in und um Berlin herum, Chikungunya in Frankreich. Ich glaube schon, dass wir das auch im Studium sehr viel mehr in die medizinische Ausbildung mit einbringen sollten – und das machen wir hier in Hamburg, das ist auch eine unserer Spezialitäten mit dem infektiologischen Fokus. Ich glaube schon, dass wir da mehr aufklären und informieren sollten, sodass man auch ein gewisses Level of Suspicion hat, wenn vielleicht ein Patient oder eine Patientin mit der richtigen Symptomkonstellation kommt.
Mathias Pletz: Ich glaube, Symptomkonstellation ist noch mal ein gutes Stichwort. Was man natürlich nicht vergessen darf, und das war mir auch bei dem STAKOB-Seminar noch mal wichtig: Es gibt natürlich auch die Differenzialdiagnose Malaria. Die ist ja auch hoch zeitkritisch, und es wäre natürlich sehr schlecht für einen Patienten, wenn sich alle auf Ebola fokussieren, ihn vielleicht erst mal warten lassen und isolieren, um das Ganze abzuklären, und dabei vergeht wertvolle Zeit – vielleicht für jemanden, der einen akuten Malariaschub hat, wenn er aus diesen Gebieten kommt.
Marylyn Addo: Ja, auf jeden Fall. Malaria ist hier wirklich eine der wichtigsten Differenzialdiagnosen und man sollte möglichst schnell zu einer Diagnostik kommen. No matter what, weil das sicherlich gar nicht so selten ist. Wir haben das tatsächlich auch in der COVID-Zeit gesehen, als Reisende aus Afrika mit Fieber wiederkamen. Die wurden dann in ihren Hausarztpraxen nicht gesehen, weil die gesagt haben: „Ja, Sie haben bestimmt COVID.“ Dazu haben wir auch publiziert und gesagt: „Leute, ihr müsst euch die Patienten angucken und zumindest Malaria ausschließen, weil genau das passieren kann.“ Wenn man gar keine Diagnostik machen könnte, könnte man fast überlegen, ob man empirisch anbehandelt, aber das muss man im Einzelfall entscheiden. Man kann ja eigentlich eine ganz gute Schnelldiagnostik machen. Man muss dem Patienten ja ohnehin Blut abnehmen für die andere Diagnostik. Das muss auf jeden Fall dabei sein, weil die Symptome natürlich sehr ähnlich sind. Die Patienten präsentieren sich mit Unwohlsein, Kopfschmerzen, Fieber und sehr unspezifischen Symptomen. Die passen zu vielen Erkrankungen, und daher ist Malaria tatsächlich eine der wichtigsten Differenzialdiagnosen bei Rückkehrern aus diesem Gebiet.
Mathias Pletz: Deswegen ist es, glaube ich, auch so wichtig – das werden wir in den Shownotes noch mal machen –, dass wir die Telefonnummern zu den STAKOB-Zentren [9,10,11] verlinken. Da gibt es ja auch eine 24/7-Rufbereitschaft, so wie ich das verstanden habe.
Marylyn Addo: Ganz genau. Und wir können das Portal [12] verlinken, wo dieser Algorithmus aufgezeigt ist. Den finde ich wirklich sehr gut, denn den gibt es einmal für Fieber nach Reise, aber auch für die einzelnen Erkrankungen. Da gibt es einen ganz tollen Pfad für Ebola: Welche Fragen stellt man, welche Diagnostik ist nötig, wie viel Abstand muss man von dem Patienten halten, wenn es ein Verdachtsfall ist, und was für eine Schutzausrüstung brauche ich? Es lohnt sich vielleicht, das einfach mal durchzuklicken, weil wir jetzt gerade dieses Ausbruchsgeschehen haben und weil wir auch in Deutschland gerade einen Ebola-Patienten hatten. Das ist wirklich sehr hilfreich, finde ich.
Zusammenfassung: Ruhe bewahren, Fakten checken und Fazit
Mathias Pletz: Ja, damit kommen wir schon zum Ende unseres Podcasts. Ich fasse noch mal ganz kurz zusammen: Wir haben über den aktuellen Bundibugyo-Ausbruch gesprochen – jetzt geht es schon ein bisschen besser von der Zunge –, der anders ist. Es ist nicht nur ein anderer Virustyp, es ist eigentlich eine andere Virusspezies. Es gibt bislang noch keinen Impfstoff, und weil das Virus durch die Tests nicht so gut detektiert wurde, habe ich von dir gelernt, ist der Ausbruch recht spät erkannt worden und war schon eine Weile im Gange. Erschwerend kommen diesmal die politischen Unruhen hinzu, die eine Ausbruchskontrolle sehr schwierig machen. Deswegen haben wir diese sehr steile Epikurve, die in Nature publiziert [1]war. Wir hatten über Pathophysiologie gesprochen. Ich habe auch gelernt, dass es auch bei den viralen hämorrhagischen Fiebern am Ende des Tages eigentlich oft eine inflammatorische Fehlregulation ist, wie das Organversagen bei einer Sepsis auch. Es ist nicht immer primär das Auflösen des Endothels. Da habe ich eine Wissenslücke für mich geschlossen oder ein Missverständnis ausgeräumt, vielen Dank dafür. Ein Silberstreif am Horizont ist die spezifische antivirale Therapie: Du hattest monoklonale Antikörper genannt, Remdesivir und wahrscheinlich auch eine oral verfügbare Variante, das Obeldesivir, das als Postexpositionsprophylaxe das erste Mal in einem solchen Ausbruch eingesetzt wird. Und wir hatten über die STAKOB-Struktur gesprochen: Es gibt Zentren, die sich auf diese Patienten spezialisiert haben. Das ist, glaube ich, das Allerwichtigste für den Praktiker, der uns zuhört: Bei einem Verdacht – und erst mal ist es sehr, sehr unwahrscheinlich – kann man mit wenigen Fragen den Verdacht für sich erhärten oder schon ausräumen. Ich habe mir immer diese 21 Tage gemerkt: Alles, was länger her ist, spielt keine Rolle. Und dann sollte man sich beim Gesundheitsamt melden. Wenn man da niemanden erreicht, kann man auch die STAKOB-Zentren anrufen. Wie gesagt, deren Nummer werden wir verlinken. Hast du aus deiner Sicht noch etwas, das ich nicht angesprochen habe, das dir ganz wichtig ist, oder einen Schwerpunkt, den die Zuhörerinnen und Zuhörer mitnehmen sollten?
Marylyn Addo: Ich glaube, was wir damals im großen Westafrika-Ausbruch oder auch bei COVID gesehen haben: dass man relativ schnell, auch gerade, weil wir jetzt aus einer Pandemie kommen, vielleicht ein bisschen in Panik verfällt: „Oje, was passiert jetzt?“ Ich glaube, es ist wichtig, dass man Ruhe behält. Das Risiko für Deutschland und Europa ist sehr gering. Es ist gut, wenn wir uns informieren und informiert sind, was es aktuell für Ausbruchsgeschehen in der Welt gibt gibt – wir hatten jetzt ein Hantavirus-Ausbruchsgeschehen, wir hatten jetzt Bundibugyo. Man sollte sich da informieren, und wir sollten noch verlinken, wo man sich gut informieren kann [9]. Aber im Grunde genommen ist es so, dass man, auch wenn jetzt jemand aus Ituri kommt oder generell aus Afrika … Es ist ja auch interessant, dass einige Patienten mit der Geografie nicht so ganz zurechtkommen. Wir hatten nämlich Patienten, die gesagt haben: „Wir kommen aus der Dominikanischen Republik, haben wir Ebola?“ Nein, das ist ganz woanders. Dass man erst mal einmal tief durchatmet und dann versucht, gute Daten und eine gute Anamnese zu erheben. In 99 % der Fälle wird man das wahrscheinlich ausschließen können. Ich glaube, das ist wichtig, dass man die Ruhe behält und die Übersicht und sich dann an die relevanten Quellen und Instanzen wendet. Das wäre, glaube ich, so mein Fazit.
Mathias Pletz: Das, finde ich, ist ein sehr salomonisches Schlusswort. Als Erstes Ruhe bewahren, nachsehen und überlegt handeln. Und auch das Risiko im Hinterkopf behalten, das eben wirklich sehr, sehr gering ist, dass man tatsächlich einen solchen Patienten vor sich hat.
Marylyn Addo: Und ich sage das tatsächlich, weil sobald das Wort Ebola oder so etwas im Raum steht, dann beginnt eine ganz ungewöhnliche Dynamik. Vielleicht gar nicht mal unbedingt bei der Ärzteschaft, aber dann beim Pflegepersonal gibt es große Unruhe, und dann hat man das schon auf Insta gesehen, da hat man den Patienten noch nicht einmal gesehen. Das darf man nicht unterschätzen. Deswegen ist es, glaube ich, ganz besonders wichtig, dass man dann sagt: „Nein, wir machen das jetzt ganz systematisch und gucken uns die Fakten an.“ Das ist wichtig.
Mathias Pletz: Das kann ich gut nachvollziehen. Wir hatten tatsächlich mal einen Notarzt, der einen Patienten aus einer Erstaufnahmestation mit Fieber in unsere Notaufnahme gebracht hat und auf den Einweisungsschein schrieb: „Malaria, DD: Ebola.“ Und ist dann wieder gefahren. Da war die Aufregung sehr, sehr groß, genau.
Marylyn Addo: Genau das meine ich nämlich. Ich glaube, dadurch, dass die Leute jetzt auch sehr sensibilisiert sind durch Social Media, aber mit gefährlichem Halbwissen … Dann steht das auf einmal im Raum und dann ist eine Kaskade losgetreten, auch hier in der Institution, die man kaum noch stoppen kann. Da muss man, glaube ich, mit Besonnenheit entgegenwirken.
Mathias Pletz: Und da hast du heute auf jeden Fall dazu beigetragen, gefährliches Halbwissen abzubauen. Vielen, vielen lieben Dank, Marylyn.
Marylyn Addo: Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung, es hat mir viel Spaß gemacht.
Mathias Pletz: Ja, mir auch. Ich habe auch viel gelernt. Ja, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie uns treu. Sie bekommen auch CME-Punkte, wenn Sie die Fragen beantworten. Und wenn Sie uns noch nicht abonniert haben, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn Sie es tun. Wir freuen uns natürlich auch über Feedback und über Vorschläge zu Themen und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag. Viel Erfolg beim Versorgen Ihrer Patienten, und wir drücken Ihnen die Daumen, dass nie ein Ebola-Patient dabei sein wird.
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Sprecher: Das war der infektiologische Klinik‐Podcast des consilium infectiorum. Vielen Dank, dass Sie reingehört haben. Wir hoffen, es hat Ihnen gefallen und freuen uns über Ihre Bewertung oder Feedback an klinik@infectopharm.com. Die E‐Mail‐Adresse finden Sie auch in den Shownotes. Empfehlen Sie den Podcast gerne Ihren Kollegen, denn Wissen wirkt, wenn man es teilt. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge!
Ihr Team von InfectoPharm.
Referenzen:[1] https://www.nature.com/articles/d41586-026-01646-x[2] Kreuels B, et al. A case of severe Ebola virus infection complicated by gram-negative septicemia. N Engl J Med. 2014 Dec 18;371(25):2394-401. doi: 10.1056/NEJMoa1411677.[3] Uyeki TM, et al. Clinical Management of Ebola Virus Disease in the United States and Europe. N Engl J Med. 2016 Feb 18;374(7):636-46. doi: 10.1056/NEJMoa1504874.[4] https://www.who.int/emergencies/disease-outbreak-news[5] https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/E/Ebola/ebola-node.html[6] https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/E/Ebola/vhf-ausbruchsgebiete.html[7] https://www.who.int/news-room/events/detail/2026/05/22/default-calendar/filovirus–emergency-scientific-consultation-on-bundibugyo-medical-countermeasures-r-d[8] Recording der Bundibugyio Emergency consultation https://who.zoom.us/rec/play/J-oOoO5J73Kl-Gh–rK8Yn1qDRH8AyNzxA0ZMWpr_M4rYdU1r5f-Piqx9BtcL5Th2iqexpeZ58lG4YgR.uh3XfmjZj2OUynRp?accessLevel=meeting&canPlayFromShare=true&from=share_recording_detail&continueMode=true&oldStyle=true&componentName=rec-play&originRequestUrl=https%3A%2F%2Fwho.zoom.us%2Frec%2Fshare%2Fl4ZlOzT3SZhcJpzCa45AUeGdmA50Rkv7TxjnKWF05KGyGTJiaqTXDwE6umHEUH3q.eJGoGCVppszTDHMx[9] https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Biologische-Gefahren/STAKOB/Ueber-den-STAKOB/ueber-den-stakob-node.html[10] https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Biologische-Gefahren/STAKOB/Ueber-den-STAKOB/Flyer.pdf?__blob=publicationFile&v=1[11] https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Biologische-Gefahren/STAKOB/Handlungshinweise/Therapiehinweise_Ebola.pdf?__blob=publicationFile&v=5
[12] https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/E/Ebola/Massnahmen_Verdachtsfall_Infografik_2xDINA4.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Referenzen
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- https://www.blood.gov.au/module-4-critical-care-patient-blood-management-guidelines.
- AWMF, S3-Leitlinie Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie, Registernummer 020 – 020.
- AWMF, S3-Leitlinie Epidemiologie, Diagnostik und Therapie erwachsener Patienten mit nosokomialer Pneumonie, Registernummer 020 – 013.
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